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Wege des Wissens – Epochen der Menschheit in zwölf Bildern

 

Islam

Mekka, 613 nach Christus. Ein weitgereister Kaufmann predigt den arabischen Stammesbrüdern seine gött-lichen Visionen. Er lehrt den wahren Glauben, die Erfüllung der Religion Abrahams: Es ist kein Gott außer Allah – und er, Mohammed, ist sein Prophet. Die heid-nische Stammestradition ist im Nerv getroffen, doch der Widerstand währt kurz – in Arabien explodiert die islamische Revolution. Bis zu seinem Tod im Jahre 632 hat Mohammed die in alle Winde der arabischen Halbinsel verstreuten Völker unter den Gesetzen des Islam geeint und die Temperamente auf die Verhei-ßung des Paradieses konzentriert. Dann schlagen ihre Heere los im Heiligen Krieg.

Einhundert Jahre später ist der gesamte südöstliche Mittelmeerraum den arabischen Eroberern tribut-pflichtig. Militanz und Toleranz, Aggression und Rezeption, Fanatismus und Pluralismus: Mit Wucht – und politischer Umsicht – überrennt der Islam die Völker von Persien über Nordafrika bis Spanien, arabisiert, islamisiert. Dennoch duldet er die Religion der Besiegten, assimiliert ihre Kulturen, bringt reichen Wandel der Künste. Cordoba erblüht zur maurischen „Zierde der Welt“. Europa profitiert von der islami-schen Synthese orientalischen und antiken Geistes, vielen der griechischen Autoren begegnet es zuerst in arabischen Übersetzungen. Islamische Gelehrte brin-gen antike Technik, Naturwissenschaft, Ökonomie und Philosophie. Sie tradieren und vollenden. Wissenschaf-ten wie Soziologie, Chronologie und Experimental-physik erleben durch sie ihre eigentliche Geburt.

 

 

 

 

 

Arabisch-Islamische Kultur des Mittelalters: Sie begegnet uns noch auf Schritt und Tritt. Unsere Zahlzeichen sind arabisch, und wir sprechen von Algebra und Ziffer, Alkohol und Zucker, Albatros und Zenit. Der Anbau von Baumwolle, Spargel und Aprikosen stammt aus dem Orient, er hat uns die Papierherstellung gelehrt und seine Heilkunst. Wir bestaunen maurische Paläste wie die Alhambra zu Granada oder den Alcazar in Sevilla. – Heute ist der Islam vor allem eine expandierende religiös-politische Macht. Nach seiner Ausbreitung in Richtung Asien hat er über Indien in Indonesien Fuß gefasst, unter den Völkern der afrikanischen Nordhälfte ist er die beherrschende Religion.

© Horst Kappen 2000/2017                                    zurück

 

 

 

 

 

 

    Eigene Texte

    Beispiel 3